In ökologischer Hinsicht stellt der Wasserverbrauch
ein bedeutendes Kriterium dar. Wussten Sie zum Beispiel, dass für 1 kg
Baumwolle bis zur Ernte zwischen 7000 l (Tröpfchenbewässerung in Israel) und
30.000 l Wasser (im Sudan bei extensiver Wassernutzung) verbraucht wird? Und
auch zur Reinigung der Baumwolle, die bis zu 40 % Begleitstoffe wie Öle, Fette
und Schalenreste mit sich führt, wird ein hoher Einsatz von Wasser erforderlich. Auch bei der Produktion von tierischen Fasern treten die inzwischen ja hinlänglich bekannten Probleme und Belastungen der Umwelt durch intensive Tierhaltung auf (Wolle stellt übrigens nur noch etwa 2 % der produzierten und verwendeten Fasern). Auch die Ausrüstung von Textilien, z.B. die Veredelung zu einer filzfreien Faser, benötigt den Einsatz von umweltbelastendem Chlor und wird unter erheblichem Aufwand von Wasser betrieben. Daneben stellt der Einsatz von Maschinen in der Produktion einen umweltbelastenden Faktor dar, weil sie in der Regel mit nicht erneuerbaren Energien betrieben werden. Häufig erfolgt sogar eine staatliche Subventionierung der Energiekosten, anstatt die Verwendung erneuerbarer Energiequellen zu fördern.
Auch Aspekte der sozialen Nachhaltigkeit (fairer Handel) geraten in den Blick bei der Produktion von Textilien. Umweltauflagen und soziale Sicherungssysteme machen eine Produktionsverlagerung vieler Textilhersteller ins Ausland aus Kostengründen attraktiv. Nicht zuletzt extrem geringe Lohnkosten, mit all ihren sozialen Ungerechtigkeiten, machen eine Auslagerung von einzelnen Produktionsschritten attraktiv. Leider ist es nicht immer einfach, als VerbraucherIn die richtige Wahl beim Einkauf zu treffen. Informationen über die Produktionsverfahren von Textilien liegen in der Regel weder dem Handel vor noch stehen sie Konsumenten zur Verfügung. Und manche Gütesiegel, hinter denen wir nur Gutes vermuten, sagen nichts über die umweltschonende Herstellung und den fairen Handel aus, sondern beziehen sich auf die gesundheitliche Unbedenklichkeit beim Tragen der Kleidung. Produkte mit dem europäischen Umweltzeichen unterliegen dagegen strengen Auflagen in Bezug auf die Schonung der Umwelt. Auch unabhängig von Gütesiegeln unternehmen viele Textilhersteller Schritte in zukunftsweisende Richtungen. Ökologische Baumwolle, ökologische Wolle, Garne aus wiederverwerteten Rohstoffen, die Verwendung von Pflanzenfarben, der Verzicht von Einfärbungen, der Verzicht auf Faserveredelungen … dies sind die richtigen Schritte!
Wir VerbraucherInnen können durch unser Konsumverhalten wesentlich mitbestimmen, welche Fußabdrücke wir in unserer Landschaft hinterlassen möchten.
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